Geschichte der Schokolade
Die Geschichte bis zur Entdeckung Amerikas
Die ersten, die die Kakaobohne nutzten und verarbeiteten waren die Uhreinwohner des mexikanischen Tieflandes. Wie sie Schokolade zubereitet und genossen haben, wird für immer im Verborgenen bleiben, da fast keine Überlieferungen und Relikte aus dieser Zeit erhalten geblieben sind. Gesichert ist jedoch die Tatsache, dass es in ihrem Wortschatz bereits 1000 v. Christus das Wort „cacao“ gegeben hat, ursprünglich „kakawa“ ausgesprochen. Belegt ist, dass 300 vor Christus die Maya bereits Schokolade konsumiert haben, jedoch ausschließlich in flüssiger Form. Sie wurde oft mit Gewürzen wie Chili versetzt (als erste Chili Schokolade) und im Gegensatz zu heute nur ungesüßt verzehrt.
Bei den Azteken war Kakao ausschließlich der adeligen Schicht vorbehalten. Er hatte eine so hohe Bedeutung in dieser Kultur, dass er sogar als Zahlungsmittel benutzt wurde. Die Anbaugebiete der Kakaopflanze waren so begehrt, dass der Aztekenherrscher Ahuitzolts (1486-1502) die Region Xoconocho (an der pazifischen Küste im Grenzbereich zwischen Mexiko und Guatemala) eroberte, um die Versorgung mit Kakaobohnen sicherzustellen.
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Der Kakao in Europa
Nach der Eroberung Amerikas durch die spanischen Entdecker um 1500 blieb der Genuss, den die Schokolade bietet, den Invasoren noch vorenthalten. Vom herb-bitteren Geschmack fühlten sie sich sogar abgestoßen und der Italiener Benzoni bezeichnete die Schokolade 1575 als „eher ein Getränk für Schweine als für die Menschheit". Ein ähnliches Vorurteil herrschte aber auch über viele andere typische südamerikanische Produkte, zum Beispiel dem Mais. Erst nachdem sich die Spanier mit den Einheimischen immer mehr vermischten, kam es zu einer Annäherung der Kulturen. Die Spanier tranken die Schokolade heiß wie die Maya und nicht kalt oder lauwarm wie die Azteken. Die wohl wichtigste Änderung, die notwendig war, um der Schokolade bei den Spaniern zum Durchbruch zu verhelfen, war die Idee das Getränk mit Rohrzucker zu süßen, denn es war vor allem der bittere, herbe Geschmack der Maya- und Aztekenschokolade, der den Eroberern nicht gefiel.
Die erste Schiffsladung Kakao erreichte Spanien um 1585, wirklich als Getränk durchzusetzen begann er sich aber erst Anfang des 17. Jahrhunderts. Auch in Europa blieb er den Adeligen und der Oberschicht vorbehalten und in Spanien avancierte er zu einer Art Nationalgetränk. Heute ist heiße Schokolade dort noch Bestandteil eines klassischen Frühstücks. Einen besonderen Stellenwert bei der Verbreitung von Kakaopulver in Europa hatten die Jesuiten, die zu dieser Zeit ein enges Handelsnetz hegten und Klöster verteilt über den ganzen Kontinent besaßen.







